Oldtimer Bewertung

Diese nachstehende Checkliste von Classic Car Tax bietet eine erste Hilfe zur Bewertung des Zustands ihres Oldtimer.

Hier können Sie die Checkliste herunterladen.

Der Wert eines Old- oder Youngtimers steht und fällt mit dem Zustand. Kriterien wie Alter, Laufleistung oder Anzahl der Vorbesitzer sind bei normalen Gebrauchtwagen noch entscheidend, beim Oldtimer hingegen sind sie häufig garnicht mehr eindeutig zu ermitteln, es kommt allein auf die Zustandsnote an.

Die Fahrzeugbewertung erfolgt in Form von Noten von 1 bis 5, die zuletzt 2007 von Classic Data überarbeitet wurden und sich seit Jahren in der Oldtimerszene etabliert haben. Sie bilden die Grundlage der regelmäßig in der Fachpresse veröffentlichten Werte, für den Home-Check sowie für die von den bundesweiten cct-Partnern erstellten Bewertungen zur Versicherungseinstufung (Professional-Check).

Zustandsnote 1:

Makelloser Zustand.Keinerlei Mängel an Technik, Optik und Historie. Ein (dokumentiert!) originales Fahrzeug der absoluten Spitzenklasse. Oder einkomplett und perfekt restauriertes Spitzenfahrzeug im Zustand wie neu (oderbesser). Sehr selten!

Die Anmerkung „oder besser“ ist ein Hinweis auf die Möglichkeiten modernster Restaurierungsmethoden. Duch die heutigen technischen Möglichkeiten (Schweißarbeiten, computergestützte Messtechniken) sowie den veränderten Materialien (Lack, Oberflächenveredelung) und einen umfangreichen Korrosionsschutz kann ein komplett restauriertes Fahrzeug den Zustand der Erstauslieferung übertreffen. Für Originalitätsliebhaber ist dies abernicht erstrebenswert.

Zustandsnote 2:

Entweder seltener, unrestaurierter Original-Zustand oder fachgerecht restauriert. Technisch und optisch mängelfrei, aber mit leichten (!) Gebrauchsspuren. Keine fehlenden oder zusätzlich montierten Teile. Ausnahme: Wenn es die StVZO verlangt.

Leider kommt es gerade bei der Note 2, immer wieder zu Missverständnissen, weil viele Anbieter – teils aus Berechnung und teils aus Unwissenheit – ihrem Wagen eine viel zu gute Note geben, die vermeintlich der Schulnote „gut“ entsprechen soll. Klar ist unter Experten aber, dass der „Zustand 2“ ein nahezu optimal erhaltenes Fahrzeug charakterisiert.

Zustandsnote 3:

Gebrauchter Zustand. Normale Spuren der Jahre. Kleinere Mängel, aber voll fahrbereit und verkehrssicher. Keine Durchrostungen. Kein Reparaturstau und keine sofortigen Arbeiten notwendig. Nicht schön, aber gebrauchsfähig.

Zustandsnote 4:

Verbrauchter Zustand, eventuell teilrestauriert. Nur bedingt fahrbereit. Sofortige Arbeiten notwendig zur erfolgreichen Abnahme gem. § 29 StVZO. Leichtere bis mittlere Durchrostungen. Fahrzeug komplett in den Baugruppen aber nicht zwingend unbeschädigt. Einige kleinere Teile können aber fehlen oder defekt sein. Aber: immer noch relativ leicht zu reparieren (bzw. restaurieren).

Zustandsnote 5:

Nicht fahrbereit Schlecht restauriert bzw. teil- oder komplett zerlegt. Größere Investitionen nötig, da umfangreiche Arbeiten in allen Baugruppen erforderlich, aber grundsätzlich noch restaurierbar. Fehlende Teile, d.h. das Fahrzeug ist nichtzwingend komplett.

Hinweis:

Unrestaurierte Fahrzeuge mit einer überdurchschnittlich niedrigen Laufleistung in nur leicht patiniertem Originalzustand entziehen sich dem üblichen Bewertungsschema. Ihr Wert kann daher den sich durch die reine Zustandsnote ergebenden Wert deutlich übersteigen.

Ergänzungen:

Wie auch bei Schulnoten sind „+“ und „-“ gestattet und üblich. Alle Noten müssen durch Sachverständigen-Gutachten belegt sein, und diese sollten möglichst aktuell sein. ImZweifelsfall lieber ein neues Gutachten beauftragen bei den bekannten Prüf-Organisationen wie TÜV, Dekra, oder Classic Data. Die Frage, ob ein Fahrzeug durch einen schweren Defekt (nicht fahrbereit) gleich um mehrere Noten fallen kann, ist umstritten. Im Zweifelsfall ist es besser, die notwendigen Reparaturkosten zu ermitteln, um sie dann vom Kaufpreis abzuziehen. Zugrunde gelegt wird dann der Marktwert ohne den wertmindernden Schaden.

Restauration:

Auf den Wert eines Fahrzeuges hat auch die Art der Restauration einen entscheidenden Einfluß. Je originalgetreuer, desto höher die Chance einer Wertsteigerung.Umfangreiche Recherchen stehen am Anfang, um eine fachgerechte Wiederherstellung zu garantieren. Eine saubere Dokumentation macht die Arbeiten transparent, die richtige Philosophie (ob in “Concours-Qualität, Wiederherstellung der technischen Funktion oder Modifikationen, um die Sicherheit etwa bei historischen Rennen zu verbessern) beeinflusst die Wertsteigerung.

Originalität:

Entscheidend für die Originalität ist das richtige Fahrgestell. Matching Numbers (gleiche Nummern bei Motor und Chassis) sind bei Rennfahrzeugen weniger wichtig für den Wert als bei Strassen- und Sportwagen, weil bei Rennen und Grand Prix Veranstaltungen der Verschleiß höher war und während einer Saison auch leistungsgesteigerte Aggregate eingesetzt wurden. Wichtig: Dokumentierte Historie und Wartungsunterlagen des Fahrzeugs müssen langjährig und glaubhaft belegt sein.

Prominenz:

Der Wert jedes Fahrzeuges wird durch seine Einzigartigkeit und Geschichte jedes einzelnen Automobils geprägt. Das gilt insbesondere für historische Rennwagen, bei denen Teilnahme, Erfolg an bedeutenden Rennen und bekannte Fahrer zählen, die sie bei solchen Veranstaltungen gesteuert haben. Entscheidend bei Vorbesitzern oder prominenten Fahrern für die Wertentwicklung ist die Beziehung zum Fahrzeug im Kontext mit der Geschichte von Markt, Marke und Fahrzeug.

Für Bewertung durch die Versicherung ist entscheidend: Marktwert, Wiederbeschaffungswert und Wiederherstellungswert

Bei Oldtimer-Bewertungen kommt es auf drei Werte an: „Marktwert, Wiederbeschaffungswert und Wiederherstellungswert“, so Frank Wilke, Geschäftsführer von Classic-Tax. Die Definitionen sind eindeutig und insbesondere für Versicherungen wichtig.

„Der Marktwert ist der Betrag, den der Oldtimer bei einem An- oder Verkauf auf dem Liebhabermarkt zum gegenwärtigen Zeitpunkt erzielt“, so Wilke. Dementsprechend bemessen Kasko-Versicherer ihre Beiträge. Daher ist es ratsam, regelmäßig den Wert zu kontrollieren und die Versicherungssumme anzupassen, denn, wer das nicht macht, bekommt im Schadensfall nicht den aktuellen Wert ersetzt.“

Tritt ein Schadensfall ein, kommt der Wiederbeschaffungswert ins Spiel. Er beziffert die Summe, die der Geschädigte im Falle eines Unfalls aufwenden muss, um ein gleichartiges und gleichwertiges Ersatzfahrzeug kurzfristig zu beschaffen.

Der Wiederherstellungswert schließlich ist eine Summe, die sich aus der Anschaffung und der späteren Restaurierung eines Fahrzeugs ergeben hat. In der Regel liegt dieser Wert immer erheblich über dem Marktwert. Wenn ein Verkäufer zu diesem Wert weiter verkaufen möchte, bleibt er damit meistens auf der Strecke.
Nicht jedoch, wenn der Wiederherstellungswert in einem Sachverständigengutachten ermittelt oder durch einen Sachverständigen geschätzt wurde, erklärt erklärt Thorsten Ruthmann vom Dekra Classic Service.

 

Der Wiederherstellungswert ist für die Versicherung von Bedeutung. Der Versicherungsbeitrag wird in diesem Fall zwar höher als bei einer reinenMarktwert- oder Wiederbeschaffungswert-Versicherung, bringt dem Fahrzeugbesitzer aber die Sicherheit, dass er nach einem Schaden trotz unwirtschaftlicher Investitionen bei der Restaurierung ein vergleichbares Fahrzeug wie sein vorheriges bekommt.

 

Grobe Schätzungen für klassische Fahrzeuge zu erstellen ist anhand diverser Online-Rechner, der jährlich erscheinenden Preisliste der Fachzeitschrift „OldtimerMarkt“ oder des „Marktspiegel“ von Classic Data leicht. «Doch die üblichen Listen erfassen keine Fahrzeuge mit Liebhaberwerten im ideellen Sinn», merkt ThorstenRuthmann an.
Denn der genaue Wert eines Fahrzeuges hängt von vielen Faktoren wie den einzelnen Zustandsnoten der Baugruppen, der Historie oder der Zusatzausstattung ab. Nur eine individuelle Bewertung kann diese Besonderheiten berücksichtigen.

 

Quelle: Classic Data, dpa, Handelsblatt | 06.12.2013

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